Freitag, 25. Dezember 2009

zahn

mein zahn, nachdem schon teile durch den angriff auf mich abgebrochen waren, brach gerade  ein weiteres stück herraus.
sorry, aber radikale öffentlichkeit erfordert auch ekeligkeiten.
und ein zeichen, das ich zwar zahnteile aber nicht meinen humor verlohr;)

http://www.youtube.com/watch?v=UL6MAeFy42I 
für bessere qualität in Youtube öffnen
http://www.youtube.com/watch?v=XWMExC8Rps4

ich höre das folgende:
00:50 : lassen sie mich bitte aufstehen
1:02 : leisten sie keinen Wiederstand
--------------
1:54: lassen sie das filmen jetzt mal hier
1:57: 2 Mal: "Sie hindern mich bitte nicht am filmen...hey...

zusammenfassen, sortieren, etc.

werde mich morgen daran machen, die geschriebenen texte mal zusammenzufassen. Das ist schon noch alles sehr chaotisch hier... gute nacht

weiteres

Ich verstehe, wenn viele denken werden: das kann ja so nicht gewesen sein, er muss gewalttätig gewesen sein, keine vernünftiger Mensch würde ohne Grund so reagieren. Das dachte ich auch bis gestern und es tut mir im nachhinein leid, Berichte über Polizeigewalt oft selbst so interpretiert zu haben. Irgendwie glaubte ich an das "Gute" im Menschen, das jemand nicht ohne Grund so extrem aggressiv wird. 
Ich kann auch irgendwie nachvollziehen, das es großen Gruppendruck gibt. Das sich viele Polizisten oft als Gruppe sehen, die homogen auf zu treten hat. Das verhindert dann auch ein couragiertes Eingreifen Einzelner.
 
Ich kann nachvollziehen, das Polizisten, z.B. in der Situation einer aggressiven Demonstration, wo es Bedrohungen und vielleicht Stein/ oder Flaschenwürfe gibt, zu übertriebener Gewalt neigen, auch aus Angst. Es bedarf schon eines kurzen Gedankens, sich einmal eine Gruppe von vielleicht 20 Polizisten vorzustellen, die hinter Helmen mit Schutzschirmen stecken, und unter großem Druck stehen. Wenn diese sich dann übertrieben gegen z.B. Demonstranten richtet, trägt die in der Luft liegende Spannung nicht wenig dazu bei. 
 
Jedoch war die Stimmung vor dem Audimax von NICHTS dergleichen geprägt. Die Besetzer leisteten drinnen keinen Wiederstand. Eine Eskalation, wie ich sie zu diesem Zeitpunkt nicht ausschliessen konnte, weil ich nichts wusste und nichts sah, fand nicht statt. 
 
Ich selbst leistete keinen Wiederstand. Selbst nicht nachdem ich grundlos zu Boden geschlagen und mit dem Gesicht auf den Boden gepresst wurde. Spätestens zu diesem Zeitpunkt fragte ich mich, wo ein Vorgesetzter war, der sich kurz die Zeit nimmt, mit mir zu sprechen, um die Situation, die er vielleicht gar nicht selbst gesehen hatte, zu klären. Nichts dergleichen geschah. Ich stand an der Wand, und liess alles FRIEDLICH über mich ergehen. Trotzdem wurde ich behandelt wie jemand, der tobend und um sich schlagend würde.
Übertriebene, Unangemessene Gewalt scheint mir unter diesem Hintergrund noch schlimmer. Weil es keine Bedrohung gab, nicht einen Hauch davon. Von Nirgendwo. Weil keine Agression in der Luft lag. Kein Stress, kein Druck. Ausser vielleicht einem genervt sein, sich so früh die Beine in den Bauch stehen zu müssen. All diese Phänomene muss Frau Löschper als Sozialpsychologin & Kriminologin kennen. Spätestens nachdem sie mich dort an die Glasscheibe gedrückt sah, hätte sie sich doch bequemen können, einmal nachzusehen, was geschehen war!?! Ich habe vor der Tür des mineralogischen Museums mit ihr verhandelt, habe versucht zu deeskalieren. Als sie in einer Plenumsdiskussion anmerkte, sie habe mehrmals vergeblich versucht im Audimax Kontakt herzustellen, habe ich in sofern versucht zu vermitteln, als das ich der Meinung war, der gescheiterte Kommunikationsversuch sei keine üble Absicht des Präsidiums gewesen, sondern ein, auf unserem und ihrem Stress beruhendes Missverständnis. Ich frage mich als schon, wie sie zu dem Gedanken gekommen sein muss, die Schläge, etc. seien legitim. Ich kann nicht sagen, ob Frau Löschper sah, wie ich zu Boden geschlagen wurde. Ich sah sie 2 Mal. Zum ersten Mal, als ich noch Kontakt mit ihr aufnehmen wollte. Da sah sie mich vor dem Fenster stehen. Dann ging alles sehr schnell, innerhalb sehr kurzer zeit kamen die Schläge und 10 Minuten später sah ich sie wieder an gleicher Stelle, den Blick wieder auf mich und meine blutende Nase gerichtet. Und allen, die nun wieder "Arschkriecher" schreien werden: Löschper selbst hat offentlich gemacht, das sie sich zumindest in so fern vom Lenzen Wahlverfahren distanzierte, dass sie mehrmals nachfragte, ob der AS wirklich in dieser Form das Prozedere durchführen wolle. Schon alleine deswegen sollte man sich trotz großer inhaltlicher Differenzen um einen gewissen, persönlichen Respekt bemühen...


hamburgbrennt.blogspot.com/2009/12/audimax-geraumt.html#comments

Smot hat gesagt… Filmen und Fotos wurden vor und direkt nach der Räumung ausdrücklich verboten und dieses Verbot mit Gewalt durchgesetzt. Platzverweise waren dabei standart! Ich wurde brutal gegriffen beim Versuch einen Blick vom Räumungstreiben zu erhaschen. Personalien natürlich aufgenommen, eben Platzverweis erhalten. Ich habe gesehen wie der eine Student von mehreren Panzerpolizisten niedergestreckt und "bearbeitet" wurde, habe auch versucht es zu dokumentieren (video)

Menschen, die persönlich das geschehene beobachteten, und das ggf. sogar noch durch Videoaufnahmen belegen können bitte ich inständig, verantwortlich mit Wissen und Material umzugehen.. Jeder die Szene irgendwie festgehalten hat möge dies publizieren, Kopien an gewisse Polizeistellen oder die Medien spielen, was auch immer. Sich bei mir melden, darüber würde ich mich sehr freun! .

Nachtmann hat gesagt…
Polizeigewalt, Polizeigewalt, Polizeigewalt.. Ich kann's dieses Rumgejammer echt nicht mehr hören! Ihr braucht einfach mal in andere Länder zu gehen, da bringen euch die Häftlinge und politisch Verfolgte gerne bei, was richtige Polizeibrutalität ist. Diese ganze Selbstverherrlichung und das Gelaber von wegen Wir-tapferen-Helden-haben-so-viel-Schlimmes-über-uns-ergehen-lassen geht mir langsam echt auf den Sack..


puh. manches spricht für sich

Anonym hat gesagt…
Und nach nem Platzverweis an Ort und Stelle erst mal in Ruhe ne Kippe anzünden ist keine Provokation?
Ich denke, da hatte er dann eben Pech, dass die Polizei nun gerade an ihm als ersten greifbaren Rebellen ein Exempel statuieren musste, dass die Räumung durchgeführt wird, egal was passiert.


Ich war enttäuscht, das ich nicht erreichen konnte, was ich wollte. Wenigstens ein kurzes Gespräch mit Frau Löschper dachte ich erwarten zu können. Wäre sie nur schnell rausgekommen und hätte gesagt: Da drinnen kümmer ich mich persönlich darum, das keine unnötige Gewalt ausgeübt wird. Bis heute morgen hatte ich keinen Grund, an der Integrität von Frau Löschper zu zweifeln. Mehrfach und Ausdrücklich habe ich Frau Löschper öffentlich gedankt für ihren Einsatz: Für das Kommen zu Diskussionsveranstaltungen, Dafür, das sie bei der hektischen Lenzen Vorstellung im Museum Ruhe bewahrt hat. Und nicht die schon bereitstehende Polizei zum Sturm rief. Dafür, das es Lichtblicke gab in diversen Verhandlungen.

Ich wurde heute morgen von meinem Eintreffen vor dem Audi von Beamten respektlos behandelt. In dem ich gefragt wurde, was ich hier zu suchen habe, etc.

Natürlich blieb ich nicht lieb und nett und bedankte mich die zuvorkommende Art. Ich redete mit den Wachtmeistern. Und ich weiss, wenn ich mir eine einzige Beleidigung geleistet hätte, wäre ich festgenommen worden. Jedoch wurde ich auch verbal nicht aggressiv, schon gar nicht in Form von Gesten etc.

von "in Ruhe" kann keine Rede sein. Woher weisst du das? Wenn jemand einen Platzverweis erhält, dann muss er doch nicht mit erhobenen Händen davon rennen. Unmittelbar nach dem Verweis wollte ich mir eine Zigarrette anmachen und gehen.

Ich kenne die Rechtslage noch nicht genau, aber die Grundlage eines Platzverweises ist die Gefahrenabwehr. Ob ich in Anbetracht der Tatsache meine Alleinigkeit und Gewaltlosigkeit wirklich eine Gefahr darstellte, würde ich gerne wissen.

Selbst wenn ich den Platzverweis nicht akzeptiert HÄTTE, HÄTTE der prügelnde Wachtmeister kein Recht gehabt, mir 2 Mal feige und ohne jede Androhung Chance ins Gesicht zu schlagen.

Das das Anzünden eines Feuerzeuges in unmittelbarer Nähe MEINES Gesichtes einen Angriff darstellen soll, der einzig durch in akuter Notwehr ausgeübte Schläge in mein Gesicht abzuwehren sei wäre die für mich einzige Möglichkeit der legitimation. Also hier die Aufforderung an die Polizei Hamburg: Veröffentlichen sie das Polizeieigene Videomaterial, das die gesamte Szenerie aus einer Entfernung von weniger als 5 Metern  dokumentierte...

Die Polizei hat in Deutschland ein Gewaltmonopol. Und damit ist Verantwortung verbunden. Wenn jemand einen Polizeibeamten wüst beleidigen WÜRDE, so gäbe es selbst dadurch nicht den Hauch einer Rechtfertigung für das was ich zu beschreiben versuche.

Ganz persönlich wünsche ich mir, das der schlagende Wachtmeister just in diesem moment, um 8.oo morgens nach in Scham statt in Kopfschmerzen begründeter schlafloser nacht in sich geht,  seinen schwerwiegenden Fehler öffentlich eingesteht und sich ebenso öffentlich bei mir entschuldigt.

ps: darf im Zusammenhang mit einem Platzverweis ein Rauchverbot im Freien ausgesprochen werden? Rechtlich könnte vielleicht auch diese Frage interessant sein...