http://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/ohlsdorf104.html
es laufen ermittlungen. statt sich zurück zu ziehen wurde der mann erschossen, nach dem das pfefferspray nicht gewirkt hat. klar. das kann ich mir gut vorstellen.
Wozu gibt es gunmmi-geschosse? (hier stand mal aus unwissenheit dumdum, ich dachte, das wären gummigeschosse, wurde aber eines besseren belehrt) Wozu schlagstöcke? Wozu schuss/Stichsichere Westen? Wozu Helme und andere Schutzkleidung etc. Traurig. Man werfe mir eine subjektiv von den Vorfällen geprägte meinung vor, aber ich kann mir kaum vorstellen, das dieser tod nötig war. wenn ich noch mehr von diesem krams lese, beende ich meinen postings irgendwann auch mit acab! verdammte scheisse!
Sonntag, 27. Dezember 2009
Samstag, 26. Dezember 2009
wollte mich mit diesem Post kurz von nem bild distanzieren. Es war eine Grafik, die Solidarität mit dem Fall erzeugen sollte, dabei aber eine zu einfache Bildsprache verwendete.
Der Ersteller hat es aber nun gelöscht. Also tat ich das auch. Ich habe dazu einen kommentar HIER beantwortet. morgen mehr...
sonstige neuigkeiten: War heute erneut im Bundeswehrkrankenhaus (das einzige mit Zahnarzt) und habe weiter meine Verletzungen dokumentieren lassen. Radikale Öffentlichkeit muss hier leider einen kleinen Dämpfer erleben, nach Rücksprache mit dem Anwalt kann ich darüber vor dem Prozess nichts publizieren.
freitag, 25.12.2009
Freitag, 25.12.09, 18.oo
Ich sitze im Zug von Stuttgart nach Hamburg. Nachdem ich vergeblich versuchte Weihnachten bei meiner Familie zu feiern, habe ich mich entschlossen, doch schnell nach Hamburg zurück zu fahren. Ich bekomme meinen Kopf nicht frei, bevor nicht einige Dinge geklärt sind.
Ich bin kein Held, wie auch. Schließlich kann man nicht heldenhaft Opfer von Polizeigewalt werden. Die Gründe für meine radikale Offenheit habe ich hier dargelegt. Ich kann verstehen, wenn das manche als zur Schau stellen begreifen. Jedoch ist das Internet für mich kein Zoo, in dem ich mich zur Schau stellen will. Ich bin auch kein Märtyrer für irgend wen.
Das Internet erzeugt aber gerade in einem Fall wie meinem einen unglaubliche Dynamik. Und erlaubt z.B. mir, ein Thema zu publizieren, was sonst nur über die Medien möglich wäre. Sich davon zu emanzipieren, nicht darauf vertrauen müssen, dass das Thema von einem Journalisten als wichtig genug eingeschätzt wird; nicht Angst haben müssen, Inhalte werden falsch zitiert und aus dem Kontext gerissen dargestellt. All dies wird obsolet, wenn man selbst viele Menschen erreichen kann, die sich für ein Thema interessieren. Dazu noch quasi in real-time. Das beeindruckt mich schon sehr.
Was mich antreibt, in der Sache hier schnell voran zu kommen ist auch nicht ein ein kleiner Beutel Schmerzensgeld. Ich bin auch nicht scharf darauf in den Medien zu sein und warte nur darauf, bis endlich Artikel über mich geschrieben werden.
Und auch wenn es klingt, als schrieb ich es, um mich wichtig zu machen: Es geht mir um Gerechtigkeit.
Darum, das verschiedene Menschen einsehen, dass mir unrecht wieder fahren ist, dass in individuellem Fehlverhalten begründet ist.
Das betrifft vor allem den Zuschlagenden, die Polizisten, die sich auf mich warfen und inhuman gewalttätig fesselten und sich bei alle dem noch über mich lustig machten.
Das betrifft des weiteren alle, die um die Szene herum standen, sie beobachteten und nicht ein schritten. Das nenne ich unterlassene Hilfeleistung.
Das betrifft die anwesenden Vorgesetzten (z.B. dem Einsatzleiter) des Zuschlagenden, der mich nicht fragte, was geschehen sei, um der Sache auf den Grund zu gehen. Der scheinbar blind seinen Untergebenen vertraute, und sie tun ließ, was sie wollten.
Weder auf der Wache, noch sonst irgendwann später wurde ich von irgendwem gefragt, wie ich die Situation erlebt habe. Selbst 2 Tage danach hat sich niemand bei mir gemeldet. Warum hätte das auch geschehen sollen..? Für mich liegt darin schon ein versuch der Vertuschung. Und weil ich mich dafür einsetzen will, dass es in Zukunft weniger Opfer von Gewalt im Dienst gibt, probiere ich mal einen neuen, radikalen Weg. Einen, der jedem offen steht, in Zeiten von Internet 2.o.
Man sehe mir nach, dass ich in diesem Fall auch Fehler machen werde, mich hier und da unpräzise ausdrücke etc. Ich arbeite daran. Aber in der momentanen Situation, die für mich extremen Stress bedeutet, läuft nicht alles rund, und nicht jeder Satz kann 3 mal kontrolliert werden, bevor er gepostet wird. (kommas setzen war noch nie meine große Stärke)...
Als letztes noch ein ganz ganz herzliches Dankeschön ob der von mir erlebten Solidarität. Auch wenn ich in Stuttgart war, haben mich in den letzten Tagen so viele Telefonanrufe, mails, sms etc. erreicht, das ich nicht alle beantworten kann. Leute, die ich gar nicht kenne, empfehlen mir Anwälte, geben Tips für alles mögliche. Auch weil Ferien sind, kommen Nachrichten aus ganz Deutschland. Besonders freut mich, dass es Solidarisierungen & Ermutigungen gibt mit Studenten jeder politischen Couleur. Das zeigt mir, das wenn ein Problem wirklich drängt, auch über augenscheinliche rechts-links Stereotype hinweg gesehen werden kann.
Das würde ich mir auch im sonstigen Leben & Arbeiten viel öfter wünschen.
Danke für alles, und feiert noch schön Weihnachten, wo auch immer...
daniel
PS: Wenn ich am Telefon knapp dran bin, bitte nicht persönlich nehmen. Und wichtige Nachrichten am besten per mail schicken, dann gehen sie nicht verloren. Dringendes natürlich immer gern per Handy...
Ich sitze im Zug von Stuttgart nach Hamburg. Nachdem ich vergeblich versuchte Weihnachten bei meiner Familie zu feiern, habe ich mich entschlossen, doch schnell nach Hamburg zurück zu fahren. Ich bekomme meinen Kopf nicht frei, bevor nicht einige Dinge geklärt sind.
Ich bin kein Held, wie auch. Schließlich kann man nicht heldenhaft Opfer von Polizeigewalt werden. Die Gründe für meine radikale Offenheit habe ich hier dargelegt. Ich kann verstehen, wenn das manche als zur Schau stellen begreifen. Jedoch ist das Internet für mich kein Zoo, in dem ich mich zur Schau stellen will. Ich bin auch kein Märtyrer für irgend wen.
Das Internet erzeugt aber gerade in einem Fall wie meinem einen unglaubliche Dynamik. Und erlaubt z.B. mir, ein Thema zu publizieren, was sonst nur über die Medien möglich wäre. Sich davon zu emanzipieren, nicht darauf vertrauen müssen, dass das Thema von einem Journalisten als wichtig genug eingeschätzt wird; nicht Angst haben müssen, Inhalte werden falsch zitiert und aus dem Kontext gerissen dargestellt. All dies wird obsolet, wenn man selbst viele Menschen erreichen kann, die sich für ein Thema interessieren. Dazu noch quasi in real-time. Das beeindruckt mich schon sehr.
Was mich antreibt, in der Sache hier schnell voran zu kommen ist auch nicht ein ein kleiner Beutel Schmerzensgeld. Ich bin auch nicht scharf darauf in den Medien zu sein und warte nur darauf, bis endlich Artikel über mich geschrieben werden.
Und auch wenn es klingt, als schrieb ich es, um mich wichtig zu machen: Es geht mir um Gerechtigkeit.
Darum, das verschiedene Menschen einsehen, dass mir unrecht wieder fahren ist, dass in individuellem Fehlverhalten begründet ist.
Das betrifft vor allem den Zuschlagenden, die Polizisten, die sich auf mich warfen und inhuman gewalttätig fesselten und sich bei alle dem noch über mich lustig machten.
Das betrifft des weiteren alle, die um die Szene herum standen, sie beobachteten und nicht ein schritten. Das nenne ich unterlassene Hilfeleistung.
Das betrifft die anwesenden Vorgesetzten (z.B. dem Einsatzleiter) des Zuschlagenden, der mich nicht fragte, was geschehen sei, um der Sache auf den Grund zu gehen. Der scheinbar blind seinen Untergebenen vertraute, und sie tun ließ, was sie wollten.
Weder auf der Wache, noch sonst irgendwann später wurde ich von irgendwem gefragt, wie ich die Situation erlebt habe. Selbst 2 Tage danach hat sich niemand bei mir gemeldet. Warum hätte das auch geschehen sollen..? Für mich liegt darin schon ein versuch der Vertuschung. Und weil ich mich dafür einsetzen will, dass es in Zukunft weniger Opfer von Gewalt im Dienst gibt, probiere ich mal einen neuen, radikalen Weg. Einen, der jedem offen steht, in Zeiten von Internet 2.o.
Man sehe mir nach, dass ich in diesem Fall auch Fehler machen werde, mich hier und da unpräzise ausdrücke etc. Ich arbeite daran. Aber in der momentanen Situation, die für mich extremen Stress bedeutet, läuft nicht alles rund, und nicht jeder Satz kann 3 mal kontrolliert werden, bevor er gepostet wird. (kommas setzen war noch nie meine große Stärke)...
Als letztes noch ein ganz ganz herzliches Dankeschön ob der von mir erlebten Solidarität. Auch wenn ich in Stuttgart war, haben mich in den letzten Tagen so viele Telefonanrufe, mails, sms etc. erreicht, das ich nicht alle beantworten kann. Leute, die ich gar nicht kenne, empfehlen mir Anwälte, geben Tips für alles mögliche. Auch weil Ferien sind, kommen Nachrichten aus ganz Deutschland. Besonders freut mich, dass es Solidarisierungen & Ermutigungen gibt mit Studenten jeder politischen Couleur. Das zeigt mir, das wenn ein Problem wirklich drängt, auch über augenscheinliche rechts-links Stereotype hinweg gesehen werden kann.
Das würde ich mir auch im sonstigen Leben & Arbeiten viel öfter wünschen.
Danke für alles, und feiert noch schön Weihnachten, wo auch immer...
daniel
PS: Wenn ich am Telefon knapp dran bin, bitte nicht persönlich nehmen. Und wichtige Nachrichten am besten per mail schicken, dann gehen sie nicht verloren. Dringendes natürlich immer gern per Handy...
Freitag, 25. Dezember 2009
zahn
mein zahn, nachdem schon teile durch den angriff auf mich abgebrochen waren, brach gerade ein weiteres stück herraus.
sorry, aber radikale öffentlichkeit erfordert auch ekeligkeiten.
und ein zeichen, das ich zwar zahnteile aber nicht meinen humor verlohr;)
sorry, aber radikale öffentlichkeit erfordert auch ekeligkeiten.
und ein zeichen, das ich zwar zahnteile aber nicht meinen humor verlohr;)
für bessere qualität in Youtube öffnen
http://www.youtube.com/watch?v=XWMExC8Rps4
ich höre das folgende:
00:50 : lassen sie mich bitte aufstehen
1:02 : leisten sie keinen Wiederstand
--------------
1:54: lassen sie das filmen jetzt mal hier
1:57: 2 Mal: "Sie hindern mich bitte nicht am filmen...hey...
http://www.youtube.com/watch?v=XWMExC8Rps4
ich höre das folgende:
00:50 : lassen sie mich bitte aufstehen
1:02 : leisten sie keinen Wiederstand
--------------
1:54: lassen sie das filmen jetzt mal hier
1:57: 2 Mal: "Sie hindern mich bitte nicht am filmen...hey...
zusammenfassen, sortieren, etc.
werde mich morgen daran machen, die geschriebenen texte mal zusammenzufassen. Das ist schon noch alles sehr chaotisch hier... gute nacht
weiteres
- Ich verstehe, wenn viele denken werden: das kann ja so nicht gewesen sein, er muss gewalttätig gewesen sein, keine vernünftiger Mensch würde ohne Grund so reagieren. Das dachte ich auch bis gestern und es tut mir im nachhinein leid, Berichte über Polizeigewalt oft selbst so interpretiert zu haben. Irgendwie glaubte ich an das "Gute" im Menschen, das jemand nicht ohne Grund so extrem aggressiv wird.
- Ich kann auch irgendwie nachvollziehen, das es großen Gruppendruck gibt. Das sich viele Polizisten oft als Gruppe sehen, die homogen auf zu treten hat. Das verhindert dann auch ein couragiertes Eingreifen Einzelner.
- Ich kann nachvollziehen, das Polizisten, z.B. in der Situation einer aggressiven Demonstration, wo es Bedrohungen und vielleicht Stein/ oder Flaschenwürfe gibt, zu übertriebener Gewalt neigen, auch aus Angst. Es bedarf schon eines kurzen Gedankens, sich einmal eine Gruppe von vielleicht 20 Polizisten vorzustellen, die hinter Helmen mit Schutzschirmen stecken, und unter großem Druck stehen. Wenn diese sich dann übertrieben gegen z.B. Demonstranten richtet, trägt die in der Luft liegende Spannung nicht wenig dazu bei.
- Jedoch war die Stimmung vor dem Audimax von NICHTS dergleichen geprägt. Die Besetzer leisteten drinnen keinen Wiederstand. Eine Eskalation, wie ich sie zu diesem Zeitpunkt nicht ausschliessen konnte, weil ich nichts wusste und nichts sah, fand nicht statt.
- Ich selbst leistete keinen Wiederstand. Selbst nicht nachdem ich grundlos zu Boden geschlagen und mit dem Gesicht auf den Boden gepresst wurde. Spätestens zu diesem Zeitpunkt fragte ich mich, wo ein Vorgesetzter war, der sich kurz die Zeit nimmt, mit mir zu sprechen, um die Situation, die er vielleicht gar nicht selbst gesehen hatte, zu klären. Nichts dergleichen geschah. Ich stand an der Wand, und liess alles FRIEDLICH über mich ergehen. Trotzdem wurde ich behandelt wie jemand, der tobend und um sich schlagend würde.
- Übertriebene, Unangemessene Gewalt scheint mir unter diesem Hintergrund noch schlimmer. Weil es keine Bedrohung gab, nicht einen Hauch davon. Von Nirgendwo. Weil keine Agression in der Luft lag. Kein Stress, kein Druck. Ausser vielleicht einem genervt sein, sich so früh die Beine in den Bauch stehen zu müssen. All diese Phänomene muss Frau Löschper als Sozialpsychologin & Kriminologin kennen. Spätestens nachdem sie mich dort an die Glasscheibe gedrückt sah, hätte sie sich doch bequemen können, einmal nachzusehen, was geschehen war!?! Ich habe vor der Tür des mineralogischen Museums mit ihr verhandelt, habe versucht zu deeskalieren. Als sie in einer Plenumsdiskussion anmerkte, sie habe mehrmals vergeblich versucht im Audimax Kontakt herzustellen, habe ich in sofern versucht zu vermitteln, als das ich der Meinung war, der gescheiterte Kommunikationsversuch sei keine üble Absicht des Präsidiums gewesen, sondern ein, auf unserem und ihrem Stress beruhendes Missverständnis. Ich frage mich als schon, wie sie zu dem Gedanken gekommen sein muss, die Schläge, etc. seien legitim. Ich kann nicht sagen, ob Frau Löschper sah, wie ich zu Boden geschlagen wurde. Ich sah sie 2 Mal. Zum ersten Mal, als ich noch Kontakt mit ihr aufnehmen wollte. Da sah sie mich vor dem Fenster stehen. Dann ging alles sehr schnell, innerhalb sehr kurzer zeit kamen die Schläge und 10 Minuten später sah ich sie wieder an gleicher Stelle, den Blick wieder auf mich und meine blutende Nase gerichtet. Und allen, die nun wieder "Arschkriecher" schreien werden: Löschper selbst hat offentlich gemacht, das sie sich zumindest in so fern vom Lenzen Wahlverfahren distanzierte, dass sie mehrmals nachfragte, ob der AS wirklich in dieser Form das Prozedere durchführen wolle. Schon alleine deswegen sollte man sich trotz großer inhaltlicher Differenzen um einen gewissen, persönlichen Respekt bemühen...
hamburgbrennt.blogspot.com/2009/12/audimax-geraumt.html#comments
Smot hat gesagt… Filmen und Fotos wurden vor und direkt nach der Räumung ausdrücklich verboten und dieses Verbot mit Gewalt durchgesetzt. Platzverweise waren dabei standart! Ich wurde brutal gegriffen beim Versuch einen Blick vom Räumungstreiben zu erhaschen. Personalien natürlich aufgenommen, eben Platzverweis erhalten. Ich habe gesehen wie der eine Student von mehreren Panzerpolizisten niedergestreckt und "bearbeitet" wurde, habe auch versucht es zu dokumentieren (video)
Menschen, die persönlich das geschehene beobachteten, und das ggf. sogar noch durch Videoaufnahmen belegen können bitte ich inständig, verantwortlich mit Wissen und Material umzugehen.. Jeder die Szene irgendwie festgehalten hat möge dies publizieren, Kopien an gewisse Polizeistellen oder die Medien spielen, was auch immer. Sich bei mir melden, darüber würde ich mich sehr freun! .
Nachtmann hat gesagt…
Polizeigewalt, Polizeigewalt, Polizeigewalt.. Ich kann's dieses Rumgejammer echt nicht mehr hören! Ihr braucht einfach mal in andere Länder zu gehen, da bringen euch die Häftlinge und politisch Verfolgte gerne bei, was richtige Polizeibrutalität ist. Diese ganze Selbstverherrlichung und das Gelaber von wegen Wir-tapferen-Helden-haben-so-viel-Schlimmes-über-uns-ergehen-lassen geht mir langsam echt auf den Sack..
puh. manches spricht für sich
Anonym hat gesagt…
Und nach nem Platzverweis an Ort und Stelle erst mal in Ruhe ne Kippe anzünden ist keine Provokation?
Ich denke, da hatte er dann eben Pech, dass die Polizei nun gerade an ihm als ersten greifbaren Rebellen ein Exempel statuieren musste, dass die Räumung durchgeführt wird, egal was passiert.
Ich war enttäuscht, das ich nicht erreichen konnte, was ich wollte. Wenigstens ein kurzes Gespräch mit Frau Löschper dachte ich erwarten zu können. Wäre sie nur schnell rausgekommen und hätte gesagt: Da drinnen kümmer ich mich persönlich darum, das keine unnötige Gewalt ausgeübt wird. Bis heute morgen hatte ich keinen Grund, an der Integrität von Frau Löschper zu zweifeln. Mehrfach und Ausdrücklich habe ich Frau Löschper öffentlich gedankt für ihren Einsatz: Für das Kommen zu Diskussionsveranstaltungen, Dafür, das sie bei der hektischen Lenzen Vorstellung im Museum Ruhe bewahrt hat. Und nicht die schon bereitstehende Polizei zum Sturm rief. Dafür, das es Lichtblicke gab in diversen Verhandlungen.
Ich wurde heute morgen von meinem Eintreffen vor dem Audi von Beamten respektlos behandelt. In dem ich gefragt wurde, was ich hier zu suchen habe, etc.
Natürlich blieb ich nicht lieb und nett und bedankte mich die zuvorkommende Art. Ich redete mit den Wachtmeistern. Und ich weiss, wenn ich mir eine einzige Beleidigung geleistet hätte, wäre ich festgenommen worden. Jedoch wurde ich auch verbal nicht aggressiv, schon gar nicht in Form von Gesten etc.
von "in Ruhe" kann keine Rede sein. Woher weisst du das? Wenn jemand einen Platzverweis erhält, dann muss er doch nicht mit erhobenen Händen davon rennen. Unmittelbar nach dem Verweis wollte ich mir eine Zigarrette anmachen und gehen.
Ich kenne die Rechtslage noch nicht genau, aber die Grundlage eines Platzverweises ist die Gefahrenabwehr. Ob ich in Anbetracht der Tatsache meine Alleinigkeit und Gewaltlosigkeit wirklich eine Gefahr darstellte, würde ich gerne wissen.
Selbst wenn ich den Platzverweis nicht akzeptiert HÄTTE, HÄTTE der prügelnde Wachtmeister kein Recht gehabt, mir 2 Mal feige und ohne jede Androhung Chance ins Gesicht zu schlagen.
Das das Anzünden eines Feuerzeuges in unmittelbarer Nähe MEINES Gesichtes einen Angriff darstellen soll, der einzig durch in akuter Notwehr ausgeübte Schläge in mein Gesicht abzuwehren sei wäre die für mich einzige Möglichkeit der legitimation. Also hier die Aufforderung an die Polizei Hamburg: Veröffentlichen sie das Polizeieigene Videomaterial, das die gesamte Szenerie aus einer Entfernung von weniger als 5 Metern dokumentierte...
Die Polizei hat in Deutschland ein Gewaltmonopol. Und damit ist Verantwortung verbunden. Wenn jemand einen Polizeibeamten wüst beleidigen WÜRDE, so gäbe es selbst dadurch nicht den Hauch einer Rechtfertigung für das was ich zu beschreiben versuche.
Ganz persönlich wünsche ich mir, das der schlagende Wachtmeister just in diesem moment, um 8.oo morgens nach in Scham statt in Kopfschmerzen begründeter schlafloser nacht in sich geht, seinen schwerwiegenden Fehler öffentlich eingesteht und sich ebenso öffentlich bei mir entschuldigt.
ps: darf im Zusammenhang mit einem Platzverweis ein Rauchverbot im Freien ausgesprochen werden? Rechtlich könnte vielleicht auch diese Frage interessant sein...
Smot hat gesagt… Filmen und Fotos wurden vor und direkt nach der Räumung ausdrücklich verboten und dieses Verbot mit Gewalt durchgesetzt. Platzverweise waren dabei standart! Ich wurde brutal gegriffen beim Versuch einen Blick vom Räumungstreiben zu erhaschen. Personalien natürlich aufgenommen, eben Platzverweis erhalten. Ich habe gesehen wie der eine Student von mehreren Panzerpolizisten niedergestreckt und "bearbeitet" wurde, habe auch versucht es zu dokumentieren (video)
Menschen, die persönlich das geschehene beobachteten, und das ggf. sogar noch durch Videoaufnahmen belegen können bitte ich inständig, verantwortlich mit Wissen und Material umzugehen.. Jeder die Szene irgendwie festgehalten hat möge dies publizieren, Kopien an gewisse Polizeistellen oder die Medien spielen, was auch immer. Sich bei mir melden, darüber würde ich mich sehr freun! .
Nachtmann hat gesagt…
Polizeigewalt, Polizeigewalt, Polizeigewalt.. Ich kann's dieses Rumgejammer echt nicht mehr hören! Ihr braucht einfach mal in andere Länder zu gehen, da bringen euch die Häftlinge und politisch Verfolgte gerne bei, was richtige Polizeibrutalität ist. Diese ganze Selbstverherrlichung und das Gelaber von wegen Wir-tapferen-Helden-haben-so-viel-Schlimmes-über-uns-ergehen-lassen geht mir langsam echt auf den Sack..
puh. manches spricht für sich
Anonym hat gesagt…
Und nach nem Platzverweis an Ort und Stelle erst mal in Ruhe ne Kippe anzünden ist keine Provokation?
Ich denke, da hatte er dann eben Pech, dass die Polizei nun gerade an ihm als ersten greifbaren Rebellen ein Exempel statuieren musste, dass die Räumung durchgeführt wird, egal was passiert.
Ich war enttäuscht, das ich nicht erreichen konnte, was ich wollte. Wenigstens ein kurzes Gespräch mit Frau Löschper dachte ich erwarten zu können. Wäre sie nur schnell rausgekommen und hätte gesagt: Da drinnen kümmer ich mich persönlich darum, das keine unnötige Gewalt ausgeübt wird. Bis heute morgen hatte ich keinen Grund, an der Integrität von Frau Löschper zu zweifeln. Mehrfach und Ausdrücklich habe ich Frau Löschper öffentlich gedankt für ihren Einsatz: Für das Kommen zu Diskussionsveranstaltungen, Dafür, das sie bei der hektischen Lenzen Vorstellung im Museum Ruhe bewahrt hat. Und nicht die schon bereitstehende Polizei zum Sturm rief. Dafür, das es Lichtblicke gab in diversen Verhandlungen.
Ich wurde heute morgen von meinem Eintreffen vor dem Audi von Beamten respektlos behandelt. In dem ich gefragt wurde, was ich hier zu suchen habe, etc.
Natürlich blieb ich nicht lieb und nett und bedankte mich die zuvorkommende Art. Ich redete mit den Wachtmeistern. Und ich weiss, wenn ich mir eine einzige Beleidigung geleistet hätte, wäre ich festgenommen worden. Jedoch wurde ich auch verbal nicht aggressiv, schon gar nicht in Form von Gesten etc.
von "in Ruhe" kann keine Rede sein. Woher weisst du das? Wenn jemand einen Platzverweis erhält, dann muss er doch nicht mit erhobenen Händen davon rennen. Unmittelbar nach dem Verweis wollte ich mir eine Zigarrette anmachen und gehen.
Ich kenne die Rechtslage noch nicht genau, aber die Grundlage eines Platzverweises ist die Gefahrenabwehr. Ob ich in Anbetracht der Tatsache meine Alleinigkeit und Gewaltlosigkeit wirklich eine Gefahr darstellte, würde ich gerne wissen.
Selbst wenn ich den Platzverweis nicht akzeptiert HÄTTE, HÄTTE der prügelnde Wachtmeister kein Recht gehabt, mir 2 Mal feige und ohne jede Androhung Chance ins Gesicht zu schlagen.
Das das Anzünden eines Feuerzeuges in unmittelbarer Nähe MEINES Gesichtes einen Angriff darstellen soll, der einzig durch in akuter Notwehr ausgeübte Schläge in mein Gesicht abzuwehren sei wäre die für mich einzige Möglichkeit der legitimation. Also hier die Aufforderung an die Polizei Hamburg: Veröffentlichen sie das Polizeieigene Videomaterial, das die gesamte Szenerie aus einer Entfernung von weniger als 5 Metern dokumentierte...
Die Polizei hat in Deutschland ein Gewaltmonopol. Und damit ist Verantwortung verbunden. Wenn jemand einen Polizeibeamten wüst beleidigen WÜRDE, so gäbe es selbst dadurch nicht den Hauch einer Rechtfertigung für das was ich zu beschreiben versuche.
Ganz persönlich wünsche ich mir, das der schlagende Wachtmeister just in diesem moment, um 8.oo morgens nach in Scham statt in Kopfschmerzen begründeter schlafloser nacht in sich geht, seinen schwerwiegenden Fehler öffentlich eingesteht und sich ebenso öffentlich bei mir entschuldigt.
ps: darf im Zusammenhang mit einem Platzverweis ein Rauchverbot im Freien ausgesprochen werden? Rechtlich könnte vielleicht auch diese Frage interessant sein...
Donnerstag, 24. Dezember 2009
Aus den Kommentaren zum 1. Bericht von 23.12. Mittags
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Andys. hat gesagt…
Sauerei was dir da passiert ist! Hoffe du kannst was erreichen gegen das UNRECHT was dir angetan wurde... Mit dem Video / den Videos sollte das ja kein Problem sein!
ich probiere es, unter anderem mit dem blog. bin ebenso ratlos wie überfordert mit allem, was seit heute morgen passiert ist..... hilfe dabei, das alles zusammen zu stellen ist gern willkommen:)
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Stefan hat gesagt…
alle streikenden zum gerichtstermin, dann wird der richter dem öffentlichem interesse unterlegen
Danke für die Solidarität. Jedoch bin ich der Meinung, das es in auch möglich sein wird, so viele Beweise vorzulegen, das der Richter nicht mit "öffentlichem Interesse" bestochen werden muss. Würde mich aber sehr darüber freun, wenn viele streikende sich dadurch solidarisieren, dass sie dazu dazu beitragen die Wahrheiten der Misshandlung zu erarbeiten. Im Übrigen bin ich mir sicher, das es eine Verhandlung gegen die Angreifer und gegen diverse unterlassene Hilfeleistungen geben wird. Und keine gegen mich...
------------------------------------------------------
blub hat gesagt…
genau mach bitte den termin öffentlich bekannt, es wird solidarität von vielen seiten gezeigt. ich fühle mit dir und hoffe du hast den schock überstanden
Ich weiss nicht, wie persönlich ich hier werden sollte. Aber warum nicht? Ich überlade den Schock im Moment (wie schön an den Uhrzeiten im Blog festgestellt werden kann) mit dem intensiven Arbeiten am Thema. Dadurch versuche ich meinen Beitrag dazu zu leisten, das über das Geschehene diskutiert wird.
Aber es ist verdammt schwer. Ich will mich nicht als Opfer präsentieren, trotzdem wurde ich eines. Ich bin kein Held des Audimax, der jetzt neuen Schwung durch diese Misshandlung bringt. Ich habe mich sehr kritisch zum Audimaxbild der letzten Tage geäussert. Wohl wissend, das das viele Problem mit sich bringen wird..(( Gute Bekannte distanzierten sich. Menschen, die den radikalen Weg der Besetzung ablehnen, freuten sich über "Zerfleischung". Trotzdem bin ich nach wie vor der Meinung, das nur über eine öffentliche Debatte den Problemen der UHH zu begegnen ist. Der Mangel einer solchen führte in meinen Augen letztlich zur Räumung. Und wenn über eine Neuformierung des Protestes nachgedacht wird, muss intensiv reflektiert werden und neuer Wind durch konstruktive Konzepte erdacht werden.))
Ich bin NICHT interessiert an einer großen Kampagne. Diese Idee wurde heute an mich herran getragen. Aber sie ist falsch. Eine Kampagne, groß aufgeblasen ist Quatsch. Und steht meinem Interesse entgegen. Große Kampagnen & Wahrheit schliessen sich aus. Ich versuche heute morgen meine Gedankenfragmente fest zu halten. Was passiert ist, ist schlimm genug und muss nicht dramatisiert werden.
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Allerdings muss ich bemerken, das ein Gedächnisprotokoll wie dieses zwar gut ist, aber nicht wenn es öffentlich gemacht wird. Denk dran ALLE können dies hier lesen. Also nimm dies am besten vom Netz, sprich mit einem Anwalt/einer Anwältin und schaut zusammen wie ihr weiteren Schaden begenzen könnt.
ich weiss gut, was du meinst. Vielleicht wurde mir so dolle auf den Schädel gehauen, das ich nicht mehr weiss, was ich tue. Rechtschreibfehler mache ich übrigens auch erst seit heute morgen... ;) Ich bin mir bewusst, das das hier alle lesen können. Das hat Vor- wie Nachteile. Ich weiss nicht, was ich sonst tun soll. Ich werde nicht irgendeine Presse anrufen, um mich kampagnenmässig anzubiedern. Ich schreibe, es ist mein Weg, das erlebte zu verarbeiten. Ich würde nicht schreiben, wenn es sich bei der Misshandlung nicht um ein öffentliches Ereignis im öffentlichen Raum gehandelt hätte. Offenheit ist ein Risiko, aber in diesem Fall bin ich überzeugt davon, das ich Recht habe und Recht bekommen werde. Ich will dadurch auch zeigen, das ich nichts zu verstecken habe. Andere werden in den kommenden Tagen Mühe haben, mit dieser Offenheit umzugehen, und dunkle Ecken zu erklären. Insofern sehe ich nicht den mir entstandenen Schaden.
Ein Problem ist allerdings, das die Tat und die Umstände der Tat nur schwer sauber voneinander trennen lassen werden. Ich bin Teil von Audimax Gruppen, und verheimliche das ja auch nicht. Ich bin für eine Fortsetzung des Protestes und eine lange, anstrengende Diskussion wie.
Trotzdem will ich AUF KEINEN FALL meinen Fall dazu instrumentalisiert wissen! Das ist mir eines der wichtigesten Anliegen im Moment und einer der Hauptgründe dafür, warum der Blog hier allein steht und nicht auf der Hamburgbrennt Seite.
Aber dennoch wird ein Prozess vor Gericht Gewinner und Verlierer haben; welche Folgen sich daraus ergeben können, steht in den Sternen.
Ich bin eine Person, ich kann mich nicht trennen. Falls jemand was gute einfällt, um dem Dilemma zu begegnen, wäre ich froh drum...
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Andys. hat gesagt…
Sauerei was dir da passiert ist! Hoffe du kannst was erreichen gegen das UNRECHT was dir angetan wurde... Mit dem Video / den Videos sollte das ja kein Problem sein!
ich probiere es, unter anderem mit dem blog. bin ebenso ratlos wie überfordert mit allem, was seit heute morgen passiert ist..... hilfe dabei, das alles zusammen zu stellen ist gern willkommen:)
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Stefan hat gesagt…
alle streikenden zum gerichtstermin, dann wird der richter dem öffentlichem interesse unterlegen
Danke für die Solidarität. Jedoch bin ich der Meinung, das es in auch möglich sein wird, so viele Beweise vorzulegen, das der Richter nicht mit "öffentlichem Interesse" bestochen werden muss. Würde mich aber sehr darüber freun, wenn viele streikende sich dadurch solidarisieren, dass sie dazu dazu beitragen die Wahrheiten der Misshandlung zu erarbeiten. Im Übrigen bin ich mir sicher, das es eine Verhandlung gegen die Angreifer und gegen diverse unterlassene Hilfeleistungen geben wird. Und keine gegen mich...
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blub hat gesagt…
genau mach bitte den termin öffentlich bekannt, es wird solidarität von vielen seiten gezeigt. ich fühle mit dir und hoffe du hast den schock überstanden
Ich weiss nicht, wie persönlich ich hier werden sollte. Aber warum nicht? Ich überlade den Schock im Moment (wie schön an den Uhrzeiten im Blog festgestellt werden kann) mit dem intensiven Arbeiten am Thema. Dadurch versuche ich meinen Beitrag dazu zu leisten, das über das Geschehene diskutiert wird.
Aber es ist verdammt schwer. Ich will mich nicht als Opfer präsentieren, trotzdem wurde ich eines. Ich bin kein Held des Audimax, der jetzt neuen Schwung durch diese Misshandlung bringt. Ich habe mich sehr kritisch zum Audimaxbild der letzten Tage geäussert. Wohl wissend, das das viele Problem mit sich bringen wird..(( Gute Bekannte distanzierten sich. Menschen, die den radikalen Weg der Besetzung ablehnen, freuten sich über "Zerfleischung". Trotzdem bin ich nach wie vor der Meinung, das nur über eine öffentliche Debatte den Problemen der UHH zu begegnen ist. Der Mangel einer solchen führte in meinen Augen letztlich zur Räumung. Und wenn über eine Neuformierung des Protestes nachgedacht wird, muss intensiv reflektiert werden und neuer Wind durch konstruktive Konzepte erdacht werden.))
Ich bin NICHT interessiert an einer großen Kampagne. Diese Idee wurde heute an mich herran getragen. Aber sie ist falsch. Eine Kampagne, groß aufgeblasen ist Quatsch. Und steht meinem Interesse entgegen. Große Kampagnen & Wahrheit schliessen sich aus. Ich versuche heute morgen meine Gedankenfragmente fest zu halten. Was passiert ist, ist schlimm genug und muss nicht dramatisiert werden.
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Allerdings muss ich bemerken, das ein Gedächnisprotokoll wie dieses zwar gut ist, aber nicht wenn es öffentlich gemacht wird. Denk dran ALLE können dies hier lesen. Also nimm dies am besten vom Netz, sprich mit einem Anwalt/einer Anwältin und schaut zusammen wie ihr weiteren Schaden begenzen könnt.
ich weiss gut, was du meinst. Vielleicht wurde mir so dolle auf den Schädel gehauen, das ich nicht mehr weiss, was ich tue. Rechtschreibfehler mache ich übrigens auch erst seit heute morgen... ;) Ich bin mir bewusst, das das hier alle lesen können. Das hat Vor- wie Nachteile. Ich weiss nicht, was ich sonst tun soll. Ich werde nicht irgendeine Presse anrufen, um mich kampagnenmässig anzubiedern. Ich schreibe, es ist mein Weg, das erlebte zu verarbeiten. Ich würde nicht schreiben, wenn es sich bei der Misshandlung nicht um ein öffentliches Ereignis im öffentlichen Raum gehandelt hätte. Offenheit ist ein Risiko, aber in diesem Fall bin ich überzeugt davon, das ich Recht habe und Recht bekommen werde. Ich will dadurch auch zeigen, das ich nichts zu verstecken habe. Andere werden in den kommenden Tagen Mühe haben, mit dieser Offenheit umzugehen, und dunkle Ecken zu erklären. Insofern sehe ich nicht den mir entstandenen Schaden.
Ein Problem ist allerdings, das die Tat und die Umstände der Tat nur schwer sauber voneinander trennen lassen werden. Ich bin Teil von Audimax Gruppen, und verheimliche das ja auch nicht. Ich bin für eine Fortsetzung des Protestes und eine lange, anstrengende Diskussion wie.
Trotzdem will ich AUF KEINEN FALL meinen Fall dazu instrumentalisiert wissen! Das ist mir eines der wichtigesten Anliegen im Moment und einer der Hauptgründe dafür, warum der Blog hier allein steht und nicht auf der Hamburgbrennt Seite.
Aber dennoch wird ein Prozess vor Gericht Gewinner und Verlierer haben; welche Folgen sich daraus ergeben können, steht in den Sternen.
Ich bin eine Person, ich kann mich nicht trennen. Falls jemand was gute einfällt, um dem Dilemma zu begegnen, wäre ich froh drum...
http://203301.homepagemodules.de/t16f2-Polizeiuebergriff-bei-Raeumung.html
"...Es ging ursprünglich, wenn ich mich recht erinnere, um die ungerechtfertigte Gewalt gegen einen unbeteiligten. Unbeteiligt deshalb, weil der gute Mann zur Zeit der Räumung nichtmal im Gebäude war..."
Ja, schade in der Tat, das nicht beim eigentlichen Thema geblieben wurde. Ich bin an der Audimax besetzung nicht unbeteiligt. Sondern Teil von verschiedenen Gruppen von Menschen, die sich kritisch mit der Entwicklung der UHH im Moment (und darüber hinaus) auseinandersetzen. Diese trafen sich im Audimax. Mal mehr und mal weniger oft. Trafen sich online oder sonst wo. Ich versuchte stets, bei meinem Engagement der letzten Tage, die konstruktiven Gruppierungen zu stärken, Dialog statt ausgrenzung zu betreiben. Dabei saß ich öfters zwischen allen Stühlen.Auch für mich persönlich eine große Herrausforderung... In diversen Texten in diversen Foren ist dies nachzuverfolgen.
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Nach Angaben der Studenten wurde ein Student "von der Polizei niedergeschlagen" und in Gewahrsam genommen. Zudem habe er eine Strafanzeige wegen Körperverletzung erhalten. Darüber hinaus sei den Studenten am Vortag zugesichert worden, dass eine polizeiliche Räumung nicht im Interesse des Unipräsidiums liege.
Ich wurde nicht von "der Polizei" niedergeschlagen, sondern von einem Beamten, der mir 2 Mal ins Gesicht schlug. Danach warfen sich (nach neueren Erkentnissen) 6-8 Polizisten auf mich. Ich habe im ersten Bericht von einem Schlag und 4 Polizisten gesprochen. Das war meine Wahrnehmung. Es gibt jedoch einen anonymen Zeugen, der nichts mit dem Audimax zu tun hat und obiges berichtete. Im Moment vertraue ich seiner Wahrnehmung mehr als meiner, weil ich nicht alles richtig mitbekommen habe nach dem 1. Schlag. Traurig aber wahr. Ich hoffe sehr, dass es zu einer Aussage dieser Person kommen wird.
Die Polizeibeamten, die vor dem Audi waren, griffen nicht ein. Sätze wie "die Polizei" sind quatsch. Ich vermute, ein Grund für meine Misshandlung könnte darin liegen, das die Stimmung unter manchen Hamburger Beamten nach dem Angriff auf eine Polizeiwache (z.b. hier nachzulesen) gereizt ist. "Die Verfasser des (Bekenner-) Briefes,[...]sollen aus der linksautonomen Szene kommen " schreibt das Abendblatt.
Vorrausgesetzt, Beamte vor dem Audimax vermuteten auch die "linksautonome Szene" im und um das Audimax, könnte dies eine mögliche Erklärung für die sinnlose Gewalt sein.
Sowohl "die Polizei", wie auch "die linksautonome Szene" (noch dazu wenn sie direkt dem Audimax zugeschrieben worden sein sollte) sind in dieser komplexitätsreduzierenden Form nicht zu finden. Es gibt Menschen. Und die, die sich ein all zu einfaches Bild der Welt schaffen, handeln verantwortungslos mit zum Teil tragischen Konsequenzen.
Das mit der Körperverletzung stimmt nur insofern, dass mir eine Anzeige angedroht wurde. Nachdem der zuschlagende Beamte gegenüber verschiedenen Parteien kundtat (unter anderen seinen augenscheinlich Vorgesetzten), ich hätte ihn (zuerst) angegriffen. Zu den vielen offenen Fragen des Tages gehören die folgenden:
1. warum weiss ich zum jetzigen Zeitpunkt NICHTS von einer tatsächlich stattgefundenen Anzeige, welcher Art auch immer gegen mich?
2. Als ich in der Zelle meine rund 40 Minuten absaß pasierte folgendes: Verschiedene Personen betraten die Zelle. Als ich zum 3. Mal besucht wurde, wurde mir mitgeteilt, es dauerere weitere 20 Minuten, bis ich verhört werden könne. Auf meine (ironisch gemeinte) Frage, ob ich denn noch vom Staatschutz untersucht werden würde antwortete mir eine Beamtin: JA, der brauche aber noch ein wenig Zeit, um in der Wache anzukommen. Dazu sei auch die Kripo noch nicht da. Beide wollten mich nach ihrer Aussage verhören. 10 Minuten war davon keine Rede mehr. Niemand wollte mich auch nur zu irgendetwas befragen. Ich war frei! Hmmm. Woher kommt der plötzliche Sinneswandel? Ich kann es nicht sagen, wie auch. Aber ich weiss das folgende: Zum einen habe ich niemanden irgendeine Art von Gewalt angetan. Und zum anderen weiss ich, dass meine Entlassung ungefähr zeitgleich mit der (auch von nicht im Audimax Aktiven) veranlassten Einschaltung des polizeiinternen Ermittlungsausschuss zusammen fiel. Ob ein Zusammenhang zwischen den Ereignissen besteht bleibt offen. Auch Polizeibeamte seien an dieser Stelle gern zum hinzufügen von Kommentaren aufgefordert.
Was Herr Fischer mir persönlich am Tag zuvor mitteilte war folgendes (Auf meine Aussage, das es mir ein wichtiges Anliegen sei, eine GEWALTSAME polizeiliche Räumung zu verhindern): "Niemand im derzeitigen Präsidium hat daran ein Interesse" sprich: Herr Fischer sprach sich nicht generell gegen eine Räumung aus.
Das eigentlich problematische an der Sache ist Fischers Wortbruch. Er bot den am 22.12.09 Anwesenden und dem Präsidium einige Stunden Zeit an , um über eine (wie auch immer geartete) Freigabe des Audimax nachzudenken, zu beraten, um danach wieder in Kontakt zu treten. Für die Kontaktaufnahme war ausdrücklich ein Anruf von Fischer auf meinem privaten Handy vereinbart worden. Dazu gab ich ihm meine Handynummer, über die übrigens auch Frau Fischer seit Wochen verfügt.Es gab nichts. Keinen Anruf auf meinem Handy, keinen Anruf beim Pressehandy, keine Email, nix. (Daten von Pressehandy und Emailadresse sind auf der Homeblog des Audi zu öffentlich zu finden.)
der erste Bericht vom 23.12.09, ca 12.oo
nachdem ich gestern mit Vizepräsident Fischer noch über eine FRIEDLICHE Lösung für ein mögliches Ende der Besetzung sprach erscheint das was heute morgen passiert ist irgendwie paradox...
um 6.43 erreicht mich eine sms aus dem audi, es werde geräumt. Ich versicherte mich schnell, das das ernst sei, und schickte eine SMS über alle Verteiler, die zur Verfügung standen. Die SMS gingen um 6.46 an alle auf der Liste.
Ich mach mich schnell fertig, bin um ca. 7 am Audi. Der Taxifahrer berichtet davon, das ja immer gesagt werde, das Studiengebühren alles besser machen würden, und wie dreist er diese Lüge findet.
Überall Mannschaftswagen, ich stehe vor dem Audimax, das von Polizei gesichert wird. Die Beamten wünschen einen guten morgen, ich sage nichts. Auf die Frage, was ich denn hier zu wollen habe, reagiere ich genervt, aber keinesfalls beleidigend.
Ich stehe auf der linken seite vor dem Audi und sehe Frau Löschper umkreist von ca. 30 Polizisten im Audimax. Da zu diesem Zeitpunkt nicht klar ist, wie die Situation drinnen ist, kopfe ich an die Scheibe, um Frau Löschper auf mich aufmerksam zu machen und Verhandlungen mit den Besetzern anzubieten und eine aus derzeitiger Sicht mögliche gewalttätige Eskalation zu verhindern, welche ich zwar für eher unwahrscheinlich aber nicht unmöglich hielt.
Frau Löschper kennt mich, da ich schon mehrmals mit ihr telefoniert und sie auch getroffen habe, persönlich. Ich versuchte sehr oft, einen Kontakt zwischen Besetzern und Frau Löschper herzustellen, um in konstruktive Verhandlungen zu treten. Das Treffen am 8. Dezember hatte ich zu diesem Zweck persönlich mit ihr angeschoben.
Nachdem Frau Löschper zu verstehen gab, sie habe kein Interesse daran, auch nur zu hören, was ich zu sagen habe (was zu diesem Zeitpunkt und bei anwesenheit von dutzenden Polizisten nicht das allergeringst Risiko für sie bedeutet hätte) war ich enttäuscht darüber. Wenn mir zu diesem Zeitpunkt jemand gesagt hätte, das die Situation drinnen bereits auf dem besten Weg war, "friedlich" gelöst zu werden, hätte die folgende Eskalation vielleicht verhindert werden können.
Dann ging alles sehr schnell. Binnen weniger Sekunden bekam ich einen Platzverweis. Diesem wollte ich folge leisten, mir jedoch noch vor dem Audi eine Zigarette anzünden. Dies wurde mir verboten, wobei ich mich nicht an das Verbot hielt, und mir eine Zigarette in den Mund steckte und sie anzünden wollte.
Daraufhin schlug mir einer der umstehenden Polizisten ohne Androhung und völlig unvermittelt mit der Faust mitten ins Gesicht (er sollte später behaupten, ich hätte ihn (zuerst) ins Gesicht geschlagen).
Meine Nase fing sofort heftig an zu bluten und ich wurde von 4 weiteren Polizisten zu Boden in den Schnee geworfen, mein Gesicht auf den Boden gedrückt.
Sofort versuchte ich klar zu machen, wie sinnlos diese gewalttätige Vorgehen war und bat darum, aufstehen zu dürfen. Ich habe selbst dort am Boden liegend nicht den geringsten Versuch unternommen, mich gegen die Festsetzung zu wehren.
Ich durfte, trotz der offensichtlichen ÜberMacht der Beamten nicht aufstehen, mein Gesicht wurde weiter auf den Boden gedrückt, die Beamten blieben auf mir, bis sie mir plastikfesseln so stramm angelegt haben, das ich Schnittverletzungen davontrug. Es gelang ihnen später auf der Wache nur mit größter Mühe, sie mittels einer Zange wieder zu entfernen.
Ein Polizist fragt mich, ob ich öfters Nasenbluten habe..?
Nachdem ich aufstehen durfte, wurde ich weiter von 2 Polizisten gegen die Glaswand des linken Audimaxeinganges gedrückt. Mein Gesicht lag press an der Scheibe an. Drinnen sah ich Frau Löschper, und sie sah mich auch. Statt sich dafür einzusetzen, dass dieser Quatsch ein Ende findet, lachte sie augenscheinlich zusammen mit den Polizisten über mich.
Ich wurde vor Ort nach Waffen durchsucht, die ich natürlich nicht dabei hatte. Nach einigen Minuten an der Scheibe klebend wurde ich ein einen Gefängniswagen gebracht, und zum Revier 17 gefahren. Meine Nase blutete immernoch...Dort wurden dann nach langen Bitten die Handfesseln entfernt und bekam freundlicherweise endlich ein Taschentuch für meine Nase gereicht. Ich musste meinen Pullover ausziehen, meinen Gürtel abgeben. Meine übrigen Sachen wurden mir bereits vorher "abgenommen".
(Ein gewisser Sadismus muss vor allem auch bei der Sache mit den Plastikfesseln angenommen werden, weil man mir auch ohne weiteres Handschelle hätte anlegen können)
Ohne Jacke und Gürtel kam ich in eine Zelle, die eiskalt war. Meine Kleidung nass vom Schnee. Dort wartete ich ca. 40 Minuten, ich sollte dem Staatsschutz und der Kripo vorgeladen werden, wozu es nicht mehr kam. Meiner Bitte, die Heizung anzustellen wurde nicht nachgekommen.
Ein Telefonat mit meinem Anwalt wurde mir trotz mehrmaligem Bitten nicht gestattet.
Aus der Zelle konnte ich hören, wie das "Hartgeld" in meinem Portmonai gezählt wurde, 3Euro 16. Irgendwann bekam ich meine Sachen zurück und man ließ mich gehen...
Zu dem Vorwurf, ich hätte den Polizisten zuerst ins Gesicht geschlagen sage ich das folgende:
Das ist eine Lüge, sonst nichts. Geäußert im Nachhinein, um das extrem brutale und überflüssige Verhalten zu rechtfertigen. Die Polizei selbst stand die ganze Zeit mit einer Videokamera vor mir und filmte den Vorfall. Dort ist das zu sehen, was ich hier schreibe!
Es gibt eine 2. Videoaufnahme aus dem Umfeld der Besetzer, die noch ausgewertet werden muss und dann auch publiziert werden wird.
1. Lehne ich Gewalt gegen Polizisten ab.
2. Habe ich in meinem ganzen Leben noch nie jemanden ins Gesicht geschlagen.
3. Warum hätte ich in meiner Position alleine "gegen" 50 Polizisten, bewaffnet mit Schlagstöcken und Sicherheitsmontur, eine Eskalation durch einen Angriff auf einen Polizisten erzwingen sollen??
So, es ist nun 12. ich bin noch ein bisschen unter Schock, ob der Dinge, die geschehen sind. Ich bekam so deutlich wie nie die willkür der Staatsmacht zu spühren, und das schockiert mich nach wie vor sehr. Wie Beamte, die das alles mitbekamen, das waren wie beschrieben dutzende, einfach daneben stehen können und diesen Akt unkommentiert geschehen lassen, macht mich sprachlos. Vom Verhalten der Präsidentin nach dem Angriff auf mich ganz zu schweigen.
Ich selbst schrieb in vielen Blogeinträgen immer wieder auch sehr kritische Kommentare zur Besetzung, sprach und spreche mich aber nach wie vor für friedliche und konstruktive Lösungen aus! Das ich nun selbst heute morgen Opfer von Polizeigewalt und Willkür geworden bin, macht mich um so fassungsloser.
Oft, wenn ich bislang gehört habe von Polizeigewalt und Willkür habe ich ehrlich gesagt oft gedacht, da wird schon eine gewalttätige Provokation vorgelegen haben. Niemand würde einfach ohne Grund zum Opfer. Seit heute morgen ist mir diese scheinbare Naivität genommen.
Und auch wenn ich in meiner Persönlichkeit so weit gefestigt bin, dass mich dieser Vorfall nicht zu aggressiven Reaktionen verleiten wird, muss doch jedem Polizisten, der sich so verhält auch klar sein, dass ein solches "Erlebnis" einen vielleicht jungen Menschen radikalisieren kann. Ein weiterer Grund dafür, warum das Verhalten völlig destruktiv war!
Rechtliche Schritte gegen den/die Beamten werde ich einleiten, Presseanfragen und Beileidsbekundungen nehme ich gern unter 0176 78764119 entgegen.
Ein frohes Fest allen Bildungsstreikenden! Auf eine frohe Weiterführung & Konstruktivierung des Protestes an der Universität Hamburg, in Deutschland, Europa und Weltweit!
Daniel Amon
kommentare wurden dazu bereits hier & hier gepostet
um 6.43 erreicht mich eine sms aus dem audi, es werde geräumt. Ich versicherte mich schnell, das das ernst sei, und schickte eine SMS über alle Verteiler, die zur Verfügung standen. Die SMS gingen um 6.46 an alle auf der Liste.
Ich mach mich schnell fertig, bin um ca. 7 am Audi. Der Taxifahrer berichtet davon, das ja immer gesagt werde, das Studiengebühren alles besser machen würden, und wie dreist er diese Lüge findet.
Überall Mannschaftswagen, ich stehe vor dem Audimax, das von Polizei gesichert wird. Die Beamten wünschen einen guten morgen, ich sage nichts. Auf die Frage, was ich denn hier zu wollen habe, reagiere ich genervt, aber keinesfalls beleidigend.
Ich stehe auf der linken seite vor dem Audi und sehe Frau Löschper umkreist von ca. 30 Polizisten im Audimax. Da zu diesem Zeitpunkt nicht klar ist, wie die Situation drinnen ist, kopfe ich an die Scheibe, um Frau Löschper auf mich aufmerksam zu machen und Verhandlungen mit den Besetzern anzubieten und eine aus derzeitiger Sicht mögliche gewalttätige Eskalation zu verhindern, welche ich zwar für eher unwahrscheinlich aber nicht unmöglich hielt.
Frau Löschper kennt mich, da ich schon mehrmals mit ihr telefoniert und sie auch getroffen habe, persönlich. Ich versuchte sehr oft, einen Kontakt zwischen Besetzern und Frau Löschper herzustellen, um in konstruktive Verhandlungen zu treten. Das Treffen am 8. Dezember hatte ich zu diesem Zweck persönlich mit ihr angeschoben.
Nachdem Frau Löschper zu verstehen gab, sie habe kein Interesse daran, auch nur zu hören, was ich zu sagen habe (was zu diesem Zeitpunkt und bei anwesenheit von dutzenden Polizisten nicht das allergeringst Risiko für sie bedeutet hätte) war ich enttäuscht darüber. Wenn mir zu diesem Zeitpunkt jemand gesagt hätte, das die Situation drinnen bereits auf dem besten Weg war, "friedlich" gelöst zu werden, hätte die folgende Eskalation vielleicht verhindert werden können.
Dann ging alles sehr schnell. Binnen weniger Sekunden bekam ich einen Platzverweis. Diesem wollte ich folge leisten, mir jedoch noch vor dem Audi eine Zigarette anzünden. Dies wurde mir verboten, wobei ich mich nicht an das Verbot hielt, und mir eine Zigarette in den Mund steckte und sie anzünden wollte.
Daraufhin schlug mir einer der umstehenden Polizisten ohne Androhung und völlig unvermittelt mit der Faust mitten ins Gesicht (er sollte später behaupten, ich hätte ihn (zuerst) ins Gesicht geschlagen).
Meine Nase fing sofort heftig an zu bluten und ich wurde von 4 weiteren Polizisten zu Boden in den Schnee geworfen, mein Gesicht auf den Boden gedrückt.
Sofort versuchte ich klar zu machen, wie sinnlos diese gewalttätige Vorgehen war und bat darum, aufstehen zu dürfen. Ich habe selbst dort am Boden liegend nicht den geringsten Versuch unternommen, mich gegen die Festsetzung zu wehren.
Ich durfte, trotz der offensichtlichen ÜberMacht der Beamten nicht aufstehen, mein Gesicht wurde weiter auf den Boden gedrückt, die Beamten blieben auf mir, bis sie mir plastikfesseln so stramm angelegt haben, das ich Schnittverletzungen davontrug. Es gelang ihnen später auf der Wache nur mit größter Mühe, sie mittels einer Zange wieder zu entfernen.
Ein Polizist fragt mich, ob ich öfters Nasenbluten habe..?
Nachdem ich aufstehen durfte, wurde ich weiter von 2 Polizisten gegen die Glaswand des linken Audimaxeinganges gedrückt. Mein Gesicht lag press an der Scheibe an. Drinnen sah ich Frau Löschper, und sie sah mich auch. Statt sich dafür einzusetzen, dass dieser Quatsch ein Ende findet, lachte sie augenscheinlich zusammen mit den Polizisten über mich.
Ich wurde vor Ort nach Waffen durchsucht, die ich natürlich nicht dabei hatte. Nach einigen Minuten an der Scheibe klebend wurde ich ein einen Gefängniswagen gebracht, und zum Revier 17 gefahren. Meine Nase blutete immernoch...Dort wurden dann nach langen Bitten die Handfesseln entfernt und bekam freundlicherweise endlich ein Taschentuch für meine Nase gereicht. Ich musste meinen Pullover ausziehen, meinen Gürtel abgeben. Meine übrigen Sachen wurden mir bereits vorher "abgenommen".
(Ein gewisser Sadismus muss vor allem auch bei der Sache mit den Plastikfesseln angenommen werden, weil man mir auch ohne weiteres Handschelle hätte anlegen können)
Ohne Jacke und Gürtel kam ich in eine Zelle, die eiskalt war. Meine Kleidung nass vom Schnee. Dort wartete ich ca. 40 Minuten, ich sollte dem Staatsschutz und der Kripo vorgeladen werden, wozu es nicht mehr kam. Meiner Bitte, die Heizung anzustellen wurde nicht nachgekommen.
Ein Telefonat mit meinem Anwalt wurde mir trotz mehrmaligem Bitten nicht gestattet.
Aus der Zelle konnte ich hören, wie das "Hartgeld" in meinem Portmonai gezählt wurde, 3Euro 16. Irgendwann bekam ich meine Sachen zurück und man ließ mich gehen...
Zu dem Vorwurf, ich hätte den Polizisten zuerst ins Gesicht geschlagen sage ich das folgende:
Das ist eine Lüge, sonst nichts. Geäußert im Nachhinein, um das extrem brutale und überflüssige Verhalten zu rechtfertigen. Die Polizei selbst stand die ganze Zeit mit einer Videokamera vor mir und filmte den Vorfall. Dort ist das zu sehen, was ich hier schreibe!
Es gibt eine 2. Videoaufnahme aus dem Umfeld der Besetzer, die noch ausgewertet werden muss und dann auch publiziert werden wird.
1. Lehne ich Gewalt gegen Polizisten ab.
2. Habe ich in meinem ganzen Leben noch nie jemanden ins Gesicht geschlagen.
3. Warum hätte ich in meiner Position alleine "gegen" 50 Polizisten, bewaffnet mit Schlagstöcken und Sicherheitsmontur, eine Eskalation durch einen Angriff auf einen Polizisten erzwingen sollen??
So, es ist nun 12. ich bin noch ein bisschen unter Schock, ob der Dinge, die geschehen sind. Ich bekam so deutlich wie nie die willkür der Staatsmacht zu spühren, und das schockiert mich nach wie vor sehr. Wie Beamte, die das alles mitbekamen, das waren wie beschrieben dutzende, einfach daneben stehen können und diesen Akt unkommentiert geschehen lassen, macht mich sprachlos. Vom Verhalten der Präsidentin nach dem Angriff auf mich ganz zu schweigen.
Ich selbst schrieb in vielen Blogeinträgen immer wieder auch sehr kritische Kommentare zur Besetzung, sprach und spreche mich aber nach wie vor für friedliche und konstruktive Lösungen aus! Das ich nun selbst heute morgen Opfer von Polizeigewalt und Willkür geworden bin, macht mich um so fassungsloser.
Oft, wenn ich bislang gehört habe von Polizeigewalt und Willkür habe ich ehrlich gesagt oft gedacht, da wird schon eine gewalttätige Provokation vorgelegen haben. Niemand würde einfach ohne Grund zum Opfer. Seit heute morgen ist mir diese scheinbare Naivität genommen.
Und auch wenn ich in meiner Persönlichkeit so weit gefestigt bin, dass mich dieser Vorfall nicht zu aggressiven Reaktionen verleiten wird, muss doch jedem Polizisten, der sich so verhält auch klar sein, dass ein solches "Erlebnis" einen vielleicht jungen Menschen radikalisieren kann. Ein weiterer Grund dafür, warum das Verhalten völlig destruktiv war!
Rechtliche Schritte gegen den/die Beamten werde ich einleiten, Presseanfragen und Beileidsbekundungen nehme ich gern unter 0176 78764119 entgegen.
Ein frohes Fest allen Bildungsstreikenden! Auf eine frohe Weiterführung & Konstruktivierung des Protestes an der Universität Hamburg, in Deutschland, Europa und Weltweit!
Daniel Amon
kommentare wurden dazu bereits hier & hier gepostet
Warum hier
aus verschiedenen Gründen, die ich noch darlegen werden, habe ich ich heute morgen entschlossen, auf meinem eigenen blog zu posten, was heute geschah. ich werde sie darlegen, sobald ich zeit dazu finde.
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